Aufgabe

Ziel des Semesterprojekts war es, gestalterische Lösungen zu entwickeln, die die Wiedervernässung von Mooren unterstützen und ihre gesellschaftliche Umsetzung erleichtern. Gestaltung sollte dabei ökologische Zusammenhänge verständlich machen, Akzeptanz fördern und neue Perspektiven auf vernässte Landschaften eröffnen. Im Fokus stand die Entwicklung konkreter Produkte in den Bereichen Landwirtschaft, Moormaterialien und Transformationsdesign. Mein persönlicher Schwerpunkt lag auf der Wissensvermittlung für Kinder – denn hier entsteht die Grundlage für langfristige gesellschaftliche Veränderungen.

How might we?

Wie können wir ein multisensorisches Lernobjekt für Kinder zwischen 6–12 Jahren gestalten, das den Aufbau, die Funktion und die Bedeutung von Mooren spielerisch vermittelt und Moore als selbstverständlichen, positiven Teil unseres Lebensraums erlebbar werden lässt – altersgerecht und emotional zugänglich, ohne moralisch zu argumentieren, sodass langfristig eine Beziehung zu vernässten Mooren sowie ein gesellschaftliches Umdenken entstehen kann?

Produkt

Meine Moorstation ist ein modulares, multisensorisches Lernspiel rund um das Moor für Kinder von 6–12 Jahren. Magnetische Bauteile, Spielkarten, Audioelemente und eine Murmelbahn machen das Moor als lebendiges Ökosystem erfahrbar.

Inklusion

Alle Elemente sind inklusiv gestaltet. Neben den visuellen und haptischen Elementen stehen Beschriftungen in Braille und Audiofassungen zur Verfügung. Alle Texte sind in leichter Sprache formuliert. So können Kinder unabhängig von Sehen, Hören, Sprache oder Lesefähigkeit an den Inhalten teilhaben und die Themen eigenständig erkunden. Die runde Form fördert Kommunikation und gemeinsames Erleben, setzt es aber nicht voraus.

Inhalte

Im Mittelpunkt steht die Murmelbahn: Geschicklichkeitsspiel und Miniaturmoor zugleich. Magnetisch stapelbare Moorschichten müssen in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Erst dann entsteht ein durchgehender Weg, auf dem die Murmel von oben nach unten rollt - eine Zeitreise durch die Entstehung des Moores. Ergänzt wird die Station durch ein Quartett mit typischen Tier- und Pflanzenarten des Moores. Die Karten sind mit Brailleschrift versehen und liegen in einem magnetischen Halter aus Paludikultur - einem Baumaterial aus Moorpflanzen. Die Karten und Schichten enthalten NFC-Tags. Wird ein Element oben aufgelegt, erzählt es von sich: Moorschichten, Tiere und Pflanzen mit ihren Klängen werden hörbar. Das macht die Station inklusiv, nachhaltig und langlebig.

Aufbau der Schichten - Murmelbahn

Der Aufbau der Moorschichten wurde bewusst vereinfacht, um kleinen Kindern einen niedrigschwelligen Zugang zu einem komplexen Ökosystem zu ermöglichen. Als fachliche Grundlage dient die Abbildung eines Niedermoores von der Lernplattform “Sofatutor.com”. Die Moorart wird im Spiel jedoch nicht explizit benannt, um eine inhaltliche Überfrachtung zu vermeiden.

Torf- und Muddenschichten wurden zur „Torfschicht“ zusammengefasst, während die übrigen Ebenen sinngemäß übernommen und in verständlichere Begriffe übersetzt wurden. Um das Moor räumlich und inhaltlich greifbar zu machen, ergänzt eine Vegetationsschicht oberhalb der Wasserschicht das Modell. In ihr befinden sich die im Spiel thematisierten Tiere und Pflanzen, wodurch ökologische Zusammenhänge sichtbar werden.