Tischler - Gesellenstück (Studio All-In-One)

Als Gesellenstück baute ich einen Schreibtisch, der sich an meine übliche Arbeitshöhe, sowie in der Tiefe an die Nische zwischen der Raumwand und einem Heizkörper anpasst. Die Unterkonstruktion besteht aus zwei Korpussen, die aus mit HPL beschichteten 19mm Spanplatten gebaut wurden. Die Seitenteile ragen jeweils über die Unterböden hinaus und verdecken die Sockelhöhenversteller. Beide Korpusse wurden stumpf verleimt und haben vorne und hinten zusätzliche Sockelblenden, die die Optik abrunden. Die Rückwände sind eingenutet, sodass der Korpus von allen Seiten sauber abschließt. Der rechte Korpus enthält einen Mittelboden, sodass beide Ebenen die perfekte Höhe haben, um Aktenordner darin zu verstauen. Pro Etage passen zwei Stück neben- und hintereinander. Die rechts anschlagende Drehtür dieses Korpus' kann mit einem Hakenriegelschloss verschlossen werden. Als Beschlag habe ich mich für Lappenbänder der Kröpfung L entschieden, um die Tür mit einer umlaufend 4 mm Fuge stumpf aufschlagen zu lassen. Das Hakenriegelschloss habe ich gewählt, weil ich aus optischen Gründen meine Tür nicht einschlagend bauen wollte und somit eine Lösung benötigte, die auch für eine aufschlagende Tür funktioniert. Die Tür besteht aus einer Eiche 3-Schicht Massivholzplatte. Als Griff dient eine 30 Grad Gehrung an der oberen Kante, die mit 25mm Abstand zur Unterkante der Tischplatte genug Platz zum Greifen bietet.

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Der linke Korpus ist in 4 Schubkästen unterteilt – zwei flache für kleinere Gegenstände wie Zettel und Stifte und zwei höhere für größere Utensilien. Sie passen sich in der Breite an die Höhe eines DIN A4 - Blattes an. Die Schubkästen wurden mit einer mechanischen Unterflurführung als Vollauszug in den Korpus eingesetzt, denn somit kann die gesamte Tiefe des Korpus` ausgenutzt werden. Die Doppel passen sich optisch an die rechte Drehtür an, d.h. sie besitzen die gleichen Griffe und wurden aus dem gleichen Material mit gleichen Abständen zueinander hergestellt. Die Faserrichtung ist hier, wie bei der Drehtür, vertikal und zieht sich durch alle Doppel, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen.

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Die Tischplatte, die ebenfalls aus einer Eiche 3-Schicht Massivholzplatte besteht, steht mit den Fronten bündig abschließend über den Korpus über. Es wurden zwei Verteilersteckdosen hinten eingelassen, um das Verwenden elektronischer Geräte beim Laden zu erleichtern. Unter der Tischplatte befindet sich ein klassisch geführter Auszug für ein kleines E-Piano. Dieser wurde mit einer Feder versehen, um in einer Nut in den Seitenteilen geführt werden zu können. Die Faser verläuft quer, sodass die Mittelschicht in der Nut nicht über Hirn-, sondern Längsholz geführt wird. Stoppklötze an der Unterkante begrenzen die Auszugstiefe auf die Größe des E-Pianos. Eine Blende hinten zwischen den Seitenteilen des Auszugs verdeckt die Stromkabel, lässt aber noch 10 mm Platz bis zur Oberkante des Auszugs, um die Kabel hindurchzuführen. Eine Ausfräsung an der Hinterkante der Tischplatte und der Oberkante der Stromkabelblende ermöglicht das Durchführen des Stromkabels hin zu den Einbausteckdosenverteilern. Dank einer Ausfräsung an der Vorderkante über fast die gesamte Breite des Auszugs kann dieser gleichmäßig herausgezogen werden.

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Auf der Tischplatte finden Sie weitere Fächer mit gezinkten Schubkästen, die jeweils auf Filz gleiten und lose herausgezogen werden können, um die darin enthaltenen Gegenstände bequem zu transportieren. Eine Bohrung in der Mitte der Vorderstücke erleichtert das Herausziehen der Schubkästen.

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Alle Eichenbauteile wurden mit Rotöl angefeuert und anschließend mit kratzfestem mattem Klarlack versiegelt, um eine maximale Lebensdauer mit minimalem Pflegeaufwand zu gewährleisten.